Rückblick auf die Wintersportsaison 2020/2021

Dienstag, 11. Mai 2021 - Wintersportbericht

Der Winter 2020/2021 ist nun endgültig vorbei und damit geht eine denkwürdige Wintersaison zu Ende. Neben zeitweise markantem Winterwetter wird die Saison vor allem durch die Corona-bedingten Einschränkungen in Erinnerung bleiben.

Zunächst zum meteorologischen Rückblick: Insgesamt war es ein sehr guter Winter im Erzgebirge und im Vogtland, ganz im Gegensatz zur vorherigen Wintersaison. Vielleicht war es insgesamt sogar der beste Winter seit 10 Jahren. Über mehrere Wochen herrschte auch im unteren Bergland eine gute Schneelage, in Kammlagen war vor allem die Länge des Winters außergewöhnlich. Die Schneelage im April und teilweise im Mai war eine der besten der vergangenen 35 Jahre. Das ist in Zeiten zunehmend milderen Klimas schon außergewöhnlich.

Loipe am Fichtelberg, 08. Mai 2021

Der Dezember begann zwar kalt, Schnee blieb dagegen Mangelware. Nach Weihnachten bildete sich in Kammlagen eine dünne Schneedecke. Der Januar brachte kontinuierliche Schneefälle und ab Mitte des Monats auch sehr gute Wintersportbedingungen fürs untere Bergland. Nach kurzem Tauwetter Anfang Februar folgte Neuschnee und eine markante Kälteperiode mit bester Schneelage auch im Erzgebirgsvorland. Die zweite Februarhälfte war dann sehr mild aber trocken. Der März brachte abwechselnd milde, trockene Abschnitte und zeitweise markante Kälteeinbrüche mit Neuschnee, vor allem rund um den 20. März. Es folgte der kälteste April seit 40 Jahren, mit guten Skibedingungen in Kammlagen vor allem in der zweiten Aprilwoche und rund um den 16. April. Die maximale Schneehöhe auf dem Fichtelberg betrug 108 cm am 30. Januar 2021. Dies ist im historischen Vergleich eher wenig. Recht markant waren jedoch unter anderem 83 cm Schneehöhe am 18. April 2021 bzw. 48 cm Schneehöhe am 08. Mai 2021.

Vor allem für Skifahrer war die Wintersaison trotz der guten Witterungsbedingungen vielfach ein Totalausfall. Aufgrund der hohen Inzidenzwerte im November und Dezember fielen die Beschränkungen in Sachsen nochmals strenger als in anderen Bundesländern aus. Skilifte blieben auf deutscher Seite die ganze Wintersaison außer Betrieb, Grenzübertritte nach Tschechien untersagt. Die 15-Kilometer-Regel für sportliche Betätigung ausschließlich in Wohnortnähe schränkte auch die Ausübung von Skilanglauf bis Mitte Februar ein. Als positiver Nebeneffekt bleibt festzuhalten, dass aufgrund der Einschränkungen einige neue, wohnortnahe Loipen im unteren Bergland entstanden und generell Skilanglauf wie auch Tourenski und Skijöring an Popularität gewonnen haben.

Für den Tourismus waren die Einschränkungen gerade wegen des guten Winterwetters besonders bitter. Skivereine, Skiliftbetreiber, Skiverleih- und Skischulanbieter und nicht zuletzt der Beherbergungs- und Gastronomiebereich müssen vielfach mit einem Totalausfall zurechtkommen. Das betrifft nicht nur die deutsche Seite, sondern auch die tschechischen Regionen. Es bleibt zu hoffen, dass viele Betroffene durchhalten und in der nächsten Wintersaison weitermachen (können). Durch Spenden können vor allem die Skivereine finanziell unterstützt werden.

Zum Schluss noch eine Übersicht über die Anzahl an "Betriebstagen" ausgewählter Loipen. Im unteren Bergland konnten einige Loipen so häufig gespurt werden wie seit Jahren nicht mehr. In höchsten Kammregionen bot 2017/2018 teilweise eine längere Saison aufgrund von mehr Schnee im Dezember - allerdings war diese Saison durch nur wenig Schnee und mäßige Bedingungen in der Hauptsaison geprägt. Vergleichswerte aus den Vorjahren sind unter der Rubrik Schneesicherheit und Mindestschneehöhe zu finden.

 

"Betriebstage" ausgewählter Loipen Wintersaison 2020/21 (Zustand gespurt/gut befahrbar):

Talsperrenloipe Carlsfeld > 90 Tage
Höhenloipe Oberwiesenthal > 90 Tage
Loipe Bozi Dar - Tellerhäuser > 80 Tage
Skimagistrale Pernink - Jeleni > 70 Tage
Kammloipe Johanngeorgenstadt - Weitersglashütte > 70 Tage
Skimagistrale Cinovec - Nove Mesto > 60 Tage
Loipe Pernink - Abertamy > 60 Tage
Bahndammloipe bei Neuhermsdorf > 50 Tage
Kammloipe Schöneck - Parkplatz Kielfloßgraben > 40 Tage
Loipennetz Geyerischer Wald > 40 Tage
Bahndammloipe bei Holzhau > 30 Tage
Loipe Schlettau - Finkenburg > 20 Tage
Loipe Einsiedel bei Chemnitz > 20 Tage
Loipe Pöbelknochen Altenberg/Schellerhau keine Daten

Bei einzelnen Loipen ist die Ermittlung der Betriebstage schwierig, da zum Teil kaum aktuelle Informationen veröffentlicht wurden. Die Oberwiesenthaler Höhenloipe war ab Mitte Januar bis ca. 12.04.2021 durchgehend maschinell gespurt. Der Abschnitt auf der Wellenschaukel war bis ca. 9. Mai gut befahrbar, jedoch nicht mehr präpariert (was inkl. der Tage Anfang Januar ohne Präparierung ca. 127 Skitage ergibt). Die Oberwiesenthaler Eliteloipen wurden bis 01.05.2021 gespurt.

In Tschechien waren um Weihnachten herum kurzzeitig in den Skigebieten Klinovec, Potucky, Bozi Dar Novako und Bublava für bis zu 9 Tage die Skilifte geöffnet. Rein von der Schneelage her hätte es in einigen Skigebieten eine rekordverdächtig lange Saison werden können. Am Keilberg wäre eine Skisaison bis Mitte Mai möglich gewesen.

Allen Nutzern dieser Webseite wünsche ich eine sportliche und hoffentlich bald "normale" Sommersaison. Informationen zur neuen Skisaison wird es dann wie gewohnt wieder rechtzeitig zu Beginn des Winters hier auf wintersport-im-erzgebirge.de geben.

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